Menue del Dia

Hat sich schon mal jemand Gedanken gemacht, warum in Spanien das MENUE DEL DIA überall angeboten wird? Oder weiß gar jemand, wann die erste Speisekarte entstanden ist, woraus dann wiederum das Menue entstanden ist?

Also, die erste Speisekarte gab es bereits 1849, als Herzog Henri de Brunswick anlässlich eines großen Banketts die Reihenfolge des Essen auf Papier drucken ließ und so die Gäste nachlesen konnten, was sie erwartet.

 

Das Wort Menue wurde das erste Mal in Spanien ganz offiziell vom Ministerium für Information und Tourismus eingeführt. Und die Geschichte geht so:

 

Als in den 1960ern Spanien einen touristischen Boom erlebte, begann das Franco-Regime die Förderpolitik im Tourismus zu etablieren. Man wollte die Gäste mehr in Hotels, Bars und Restaurants locken, denn die meisten Touristen und Arbeiter gingen in sogenannte Chiringuitos (Imbiss), in denen es aber meist kein gastronomisches Fachpersonal gab.

 

Nun sollte die Gastronomie ihr Angebot – also Besteck, Speisen, Getränke – in ein einheitliches Speiseangebot gebracht werden mit:

  • a) Hors d’oeuvres,
  • b) Suppe o. a.,
  • c) Fleisch, Fisch oder Eier,
  • d) Früchte, Süßes oder Käse,
  • dazu ein Viertel Landwein, Sangria, Bier oder Wasser.

Die Restaurants sollten dieses Menue sichtbar an ihrer Gaststätte plazieren. Typische spanische Spezialitäten sollten so besonders hervorgehoben werden wie z. B. das Spanische Omelette oder die Gemüsesuppe.

 

Bei den Gastwirten kam diese Idee nicht besonders gut an und die Wirte redeten den Kunden ein, dass dieses Angebot von eher schlechter Qualität sei. Der Erfolg blieb aus, so wurde 1965 das Menue in den Vorschriften weiter ausgebaut. Diesmal wurden die Preise festgesetzt. Je nach Kategorie sollten die Preise zwischen 50 und 250 Peseten betragen.

 

Erst in den 1970er Jahren wurde der Slogan Menue immer öfter in z. B. in Zeitungen erwähnt, was dazu führte dass es mehr und mehr in allen Kategorien der Restaurants Einzug hielt. Ebenfalls in den 1970er Jahren setzte sich auch die Idee durch, nur ein Gericht statt der Auswahl eines Menues auf die Tageskarte zu setzen. Die Tourismusverwaltung verabschiedete somit endgültig die Bezeichnung „Menue del Dia“.

 

1981 wurde von der Verwaltung die Preiskontrolle des Hausmenues dann wieder zurück genommen. Und in den hochpreisigen Hotelrestaurants und Restaurants verschwand das Menue . Aber nicht ganz.

 

Und so ist es heute noch. Meist kann man zwischen beiden Varianten entscheiden. Die einen haben die Menuekarte, die anderen preisen mehr das Menue del Dia.

 

Egal, für was Sie sich entscheiden. Das Lokal, auf dem der Parkplatz mittags voll ist – mit Spaniern – ist ein äußeres gutes Zeichen.  Wenn Sie im Hinterland unterwegs sind, gibt es meist ein sehr gutes Menue del Dia, oft mit regionalen typischen Eigenheiten. Lassen Sie sich nicht vom äußeren Eindruck verleiten. Der hat oft mit der Qualität auf dem Teller nichts zu tun. Guten Appetit.

 

2010 wurde das Tourismusgesetz generell revidiert. Die meisten Gemeinden haben ihre eigenen Ideen entwickelt. Nur in Asturien, Aragón und Navarra wird das MENUE DEL DIA nur in den unteren Restaurant-Kategorien angeboten.

Druckversion Druckversion | Sitemap Diese Seite weiterempfehlen Diese Seite weiterempfehlen
2012-18 © alle Rechte vorbehalten, Fotos/Text Eigentum: Outdoor Travel Blog