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Es ist ein Trauerspiel mit anzusehen, dass dieses wunderbare architektonische Zeitdenkmal zusehends verfällt, obwohl es 2016 von der Generalitat Valenciana zum "Vermögen von kulturellem Interesse" erklärt wurde! Auf einer Facebook-Seite wird deshalb der dringend erforderliche SOS-Notstand ausgerufen. Die drei umliegenden Gemeinde Villena und Sax sind offensichtlich ebenfalls nicht in der Lage, diesen Ort zu erhalten.

Historiker sind der Meinung, dass dieser Ort auf den Resten eines andalusischen Friedhofes gebaut wurde. Errichtet wurde wurde dieses architektonisch historische Juwel im sogenannten utopischen Sozialismus, also nach einem Genossenschaftsprinzip. Entworfen wurde die Kolonie von Graf Antonio de Padua y Saavedra und seiner Frau María Avial Peñas. Auf dem 138 ha großen Gebiet wurden Wein, Oliven und Mandelbäume angebaut, eine Mehl- und Alkoholfabrik entstand, Lagerhallen und Ölmühlen, ein Kasino (Casinete), ein Bahnhof, das Cervantes Teatro, eine Hospedería (Herberge), eine Post (Despacho), ein Paradero (Gasthaus/Bleibe) und umliegend kleine Häuser für die 200 Bewohner und Beschäftigten der Kolonie. Im Zentrum steht die Administration, also der Palast des Grafen, der einmal mit herrliche modernistische Innenausstattung mit wunderschönen Kacheln ausgestattet gewesen sein muss. Eingepasst ist der Ort inmitten einer landwirtschaftlichen Allegorie.

 

Das Ziel war es, einen kleinen landwirtschaftlichen und industriellen Rahmen zu schaffen, der alle Schritte der Produktion beinhaltet. Bis hin zum Versand. Gegründet um umgesetzt wurde die Idee 1887. Industrielle Entwicklung, Meinungsverschiedenheiten in der Gründerfamilie und der Tod des Gründer verursachte eine Auswanderung der Bewohner und somit das Ende der Kolonie.

Das Teatro Cervantes war im italienischen Stil strukturiert und ein großer Teil der Innenausstattung ist erhalten. Besonders schön sind die Fresken an den Wänden.

In seinen besten Zeiten waren hier große Theatergruppen zu Gast. Hauptsächlich wurden Zarzuelas (Singspiele) aufgeführt.

Das große dreistöckige Gebäude, das durch die weiße und das kastanienbraune Rot hervorsticht war einmal eine Müllerei. Hier wurde der Weizen gemahlen und gelagert. (Almancén de Harinas).

 

Das hoch herausragende Gebäude mit dem Turmsilo war die Likörfabrik. Auf dem Turm stand einmal eine Windmühle, die einmal das Wasser aus dem nahen Vinalopó sammelte. Hier wurde bis 1936 der Santa Eulalia Cognac destilliert.

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