Ultental - Val d'Ultimo

Wir starten von Prad aus und machen uns auf den Weg Richtung Meran, weiter nach Lana. Von hier aus ist der Einstieg ins Ultental. Es ist einer dieser Tage, wo man nicht genau vorhersagen kann, ob und wann es zu einem Gewitter kommen wird.

Die Gebirgsstraße hinauf bis zum kleinen Weißenbrunnsee ist sehr gut befahrbar. Das gesamte Tal ist in einem üppigen Grün gehalten und geradezu von Wasser durchzogen. Überall kommen Bäche aus dem Gebirge, die unten im Tal in verschiedenen Seen gestaut werden.

Wir kommen durch St. Pankraz, wo einst auch die österreichische Kaiserin zum Kuren war. Und nicht nur sie, auch andere Persönlichkeiten aus der damaligen Zeit fuhren hier her in die Sommerfrische und haben die gesunde Bergluft des Nationalparks Stilfserjoch genossen.

Vorbei am kleinen Pankrazersee, der nur an einer Stelle zugänglich ist, geht es weiter Richtung Zoggler Stausee. Dass Holz bzw. Holzverarbeitung in diesem Tal eine große Rolle spielt, wird einem schnell klar. Man kann sich nur schwer vostellen, wie kompliziert und lebensgefährlich die Holzgewinnung aus den Bergen einmal gewesen sein muss. Die kleinen Gemeinden werben dafür, Haus und Einrichtung mit heimischen Hölzern zu bauen, was wiederum den Bergwäldern im Tal zu gute kommt und der Naturkreislauf sich wieder schließt. 

Die "Lahnersäge" zeugt noch aus vergangenen Zeiten. Hier ist heute auch ein Museum für Wasser und für erneuerbare Energien und für den alpinen Wald mit seiner Nutz- und Schutzfunktion untergebracht. Bei unserem Besuch wurde hier eine Führung in die Berge zur Beobachtung des Steinadlers angekündigt, die wir leider aus zeitlichen Gründen nicht mit erleben konnten. 

Für Wanderer ist das Ultental wahrhaftig ein grünes Paradies. Auf unterschiedlichsten Schwierigkeitsgraden können herrlich gelegene Bergseen erwandert werden, die alle über 2000 m liegen. Außerdem gibt es ein großes Angebot an bewirtschafteten Almen, wo der ausgepowerte Wanderer sich wieder fit machen kann. Wir befinden uns hier innerhalb der Ortler-Berggruppe und das Hochgebirge vor uns kann mit einer stattlichen Höhe über 3900 m aufweisen und die Ausblicke in die Bergwelt sind jede Mühe wert. 

 

Und wie in jedem Tal in dieser Gegend, sind natürlich auch hier Biker unterwegs. Mit und ohne Motor. Gegend ist ein gutes Stichwort: Im Ultental sind die Ortschaften klein und haben nur wenig Einwohner. Bei einem Ort ist der Name Programm: GEGEND. 

Je nach dem wie hart die Winter ausfallen mögen, dauern sie in diesem Tal sicher ein wenig länger als im Flachland. Als wir im Juni hier waren, standen die Bergwiesen in ihrer vollen Pracht da. Blumen, die im Voralpengebiet schon lange "weggedüngt" sind, findet man hier üppig und vielfältig: wilde Veilchen und Lupinen, Alpenrose, Rittersporn, Stein- und Berwurz in verschiedenen Farben, Grasnelken, Bergkräuter usw. Ein Vergnügen für jeden Fotografen und Pflanzenliebhaber.

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