Alora > El Chorro > Guardalhorce - Provinz Málaga

Aus Torrox kommend, unserem Standort, machen wir uns auf den Weg in Richtung EMBALSE DEL GUADALHORCE, nordwestlich von Málaga. Der Rio Guadalhorce versorgt das gesamte Málagagebiet mit Trinkwasser und Energie. Der Fluss wurde hier in zwei Armen angelegt und ist somit auch zum Teil Rückzugsgebiet für Wandervögel. Mit einer Länge von ca. 170 km gehört der Guadalhorce zu den größten Flüssen Spaniens und hat unzähle Zuflüsse, wie den Guadiaro, der zusammen mit dem Gualdahorce nahe EL CHORRO die Schlucht DESFILADERO DE LOS GAITANES bildet, besser bekannt unter CAMINITO DEL REY.

Wir nehmen hinter Málaga die Abfahrt CARTAMA Richtung Pizarra.  Landschaftlich finden wir bereits hier ein anderes Bild vor. Es ist grün, Mischwälder, dunkle Acker, es sieht insgesamt üppig und satt aus, die Luft ist "alpiner". In Pizarra kann man sich für zwei Varianten entscheiden. Wir nehmen die A-7077, die uns im VALLE DE GUADALHORCE bis Alora bringt. Die Bergstrasse ist schön zu fahren und so erreichen wir alsbald den kleinen Ort El Chorro/La Garganta am Embalse Tajo de la Encantada. Hier steht eines der Kraftwerke der oberhalb liegenden Stauseen Guadaltebe-Guadalhorce. Und El Chorro ist der Ort, woher der Camenito del Rey seine spektakulären Bilder hat. Wer den Weg durch die in 100 m Höhe liegenden Schluchtweg von Ardales bis El Chorro hinter sich gebracht hat, kommt hier auf der Hängebrücke an und hat ein gewaltiges Bild vor Augen. Wer den Schluchtweg (eine technische Meisterleistung) gehen will, muss sich anmelden, da nur ein paar hundert Wanderer täglich zugelassen sind. El Chorro ist Anfang des 20. Jahrhunderts als Siedlung für die Arbeiter entstanden, die hier den kleinen Staudamm und ein Pumpspeicherwerk bauten. Die Eisenbahnlinie, die auch heute fährt, brachte das notwendige Material hier hinauf.

 

Nicht weniger spektakulär ist es den Climbern zu zusehen, die senkrecht in der Wand trainieren. El Chorro ist bei den Kletterern als ausgezeichnetes Winterklettergebiet bekannt. Wir sind im Januar hier und staunen über die Kletterkunst.

 

Und dann hat man noch ein besonderes Erlebnis. Um die umliegenden Gipfel des DESFILADERO DE LOS GAITANES fliegen zahlreich Bartgeier, die sich im Wind treiben lassen. Das ist einer der Momente, wo der Wunsch nach einem 1000er Tele auflammt.

Uns treibt es weiter auf der MA-5403 entlang des Embalse de la Encantada Richtung Embalse del Conde de Guadalhorce. Hier oben ist ein herrliches Stück Natur für Erholungsuchende aus dem nahen Málaga. Es gibt einen Campingplatz, Wasser zur Erfrischung, viel Grün, herrliche Berglandschaft zum Wandern. Der Ingenieur Rafael Benjumea aus Sevilla wurde vom König für die Planung und den Bau des Stausees zum Condé (Grafen) geadelt. Sein Haus, das er als Belohnung bekam, kann man von der Staumauer aus gut sehen. So war es möglich, die weitläufige Senke von Málaga im Guadalhorcetal (Getreidefluss) bewässern zu können und gleichzeitig die Wasserversorgung über das ganze Jahr garantieren.

 

Von diesem Standort aus führen einige Wanderwege in das große Gebiet und auch hier kann man mit ein bißchen Glück Geier beobachten. Und es scheint Jagdzeit zu sein, denn in einigen Waldwegen ist das Begehen derzeit nicht möglich. Es ist Wildschweinjagd.

So langsam machen wir uns auf den Rückweg. Wir wollen die alte Bergstraße  A-7277 bzw. A-7078, über Carratraca fahren, und den Ort besuchen. Hier steht noch das Balneario mit dazugehörigem Hotel, das zur gehobenen Kategorie zählt. Wer hier steht und den weiten Blick genießt, kann sehr gut nachempfinden, dass man hier im Sommer gern in die Sommerfrische gefahren ist und noch immer fährt. Auch wir denken uns, dass man hier mal ein verlängertes Wohlfühlwochenende planen könnte. Der beschauliche Ort liegt auf einer Anhöhe mit einem unglaublichen Blick Richtung Küste.

Eigentlich hatten wir vor, auf dem Rückweg Alora anzusehen. Aber wieder einmal müssen wir akzeptieren, dass unser Auto auf grund der Größe in manchen Orten nicht stadttauglich ist. Und da es bald dämmert, sehen wir uns das Castillo Àrabe nur von unten an, denn jetzt würde es noch einmal steil nach oben führen. In Pizarra fahren wir wieder auf die A-357, die uns bei einsetzender Dämmerung Richtung Torrox führt.

Fazit der Tour: Ein beeindruckendes Landschaftserlebnis und die Erkenntnis, dass man jetzt nach rechts Richtung Ronda abbiegen könnte, oder nach links Richtung Antequera. Wir sind nun seit 14 Tagen nur in der Provinz Málaga unterwegs gewesen und können nicht behaupten, dass wir sie ganz entdeckt haben. Also ist ein zweiter Besuch schon im Kopf.

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