Ribagorza

Die komplette spanische Seite der Pyrenaen hat es uns angetan. Diesmal machen wir Stop im Landstrich Ribagorza und bleiben auf dem Campingplatz in La Puebla de Castro. Direkt am Pantano de Barasona gelegen. Die Grafschaft Ribagozra ist eine der ersten, die der Krone von Aragon angehörte.

 

Direkt hinter dem Campingplatz führt eine kleine Bergstraße hinauf nach La Puebla de Castro und dann weiter zum Santuario de Torreciudad. Ich denke, hier scheiden sich die Geister im Anblick eines völlig überdimensionierten Klosters, das vom einheimischen und Gründer von Opus Dei, Josemaría Escrivá de Balaguer y Albás, mit weltweiten Spendengeldern ermöglicht wurde und bereits auch von Papst Franziskus besucht wurde.

Von hier aus unternehmen wir unsere Tagestouren. In diesem kleinen Bezirk gibt es ausser grandiosen Landschaftsbildern auch in den umliegenden Orten erstaunlich viel zu entdecken. Die Provinz Aragon hat viele Gesichter. Aber uns gefällt am besten der Norden und Süden. Die Mitte ist relativ eintönig. Im Norden beschleicht einem manchmal das Gefühl in einer anderen Welt zu sein.

La Puebla de Castro, Graus, Roda de Isabena, Sierra Turbón, Vall de Benasqué ... u.v.m. Das bedeutet Seen, Flüsse, Schluchten, Berge, Täler und viel Kultur.

Wir starten mit unserem Tripp in Graus, das auf den ersten Blick unscheinbar aussieht, aber eine kleine, historische Altstadt hat. Auch die höher gelegene Kirche ist sehenswert, genauso wie der Blick von dort oben. Durch Graus führt der Esera, der oben im Benasquetal entspringt, und kurz nach Graus mit dem Isábena zusammentrifft. Zwischen Roda de Isábena und Graus gibt es drei alte, bestens erhaltene Brücken aus der Römerzeit, die mittels eines Wanderweges entlang der Isábena zu erkunden sind.

Schlängelt man sich Richtung Ainsa durch die Sierra Turbón kommt man unweigerlich auch am buddhistischen Tempel „Dag Shang Kayu“ vorbei. In der Zwischenzeit hat er sich zu einer Sehenswürdigkeit entwickelt. Die Sierra Turbón ist sehr waldreich, nicht alpin, aber lieblich gebirgig. Wer sich hier ansiedelt, sucht Ruhe und findet Gelassenheit. So gehört z. B. die Ermita de San Antón de Pano in der Zwischenzeit einer handvoll Privatleuten, die hier mühseelig die alten Häuser renovieren. Aber Pano liegt außergewöhnlich mit einem sagenhaften Ausblick.

Wir machen uns weiter auf den Weg ins Benasquetal. Im Winter ein Refugium für Skifahrer. Im Rest des Jahres ein Wanderparadies. Man kann bis in den Ort Benasque fahren, wobei allein die Anfahrt ein Vorgeschmack ist, auf das was kommt. Es geht hinauf ins alpine Hochgebirge. Wir sind im April unterwegs und es blüht rechts und links des Weges. Wer gerne im alpinen Gelände unterwegs ist, hat hier ein zahlreiches Angebot, hinauf zu den restlichen kleinen Gletscherseen. Man muss sich alles selbst erarbeiten, denn Bergbahnen sind in spanischen Bergen nur sehr selten zu finden. Der Vorteil: es ist nicht überlaufen, wie in den Alpen. Genusswandern ist angesagt.

Die Fahrt zurück führt uns natürlich über hoch gelegene Roda de Isábena, die kleinste Ortschaft Spaniens, die eine Kathedrale besitzt. Die Ortschaft ist ein guter Ausgangspunkt für Ausflüge in die nahegelegenen Täler Valle de Bisecas und Valle del Ventanillo. Die Lage des Ortes ist einfach nur phantastisch. Man hat einen 360°-Blick in die aragonischen Pyrenaen.

Druckversion Druckversion | Sitemap Diese Seite weiterempfehlen Diese Seite weiterempfehlen
2012-18 © alle Rechte vorbehalten, Fotos/Text Eigentum: Outdoor Travel Blog