Bullas  

Es ist Ende Januar und in Bullas hat es gerade mal 5°. Der Wind pfeift um die Ecken. Aber - auch die ersten Mandelblüten sind sichtbar. Der Winter war warm und viel zu trocken. Wir haben uns vorgenommen, die südliche Gegend von Bullas zu erkunden. Wegen der Kälte ist unser Aufenthalt in Bullas selbst nur kurz. Aber ganz besondere Erwähnung finden die gut erhaltenen Häuser aus der Zeit der MODERNISTA, also um die Zeit 1900-1920.

Es geht südlich von Bullas auf die schmale Landstraße "Diseminado Sendero Fuente Mula", die sich durch das Aceniche-Tal bis nach Avilés führen wird. Gleich zu Beginn der Tour zwei Hinweisschilder: Man kann einen Abstecher auf den Salto Del Usero machen. Aber die Zufahrt zum natürlichen Wasserfall war leider gesperrt. Und man kommt am unspektakulären Pasico Ucenda vorbei. Dass an dieser Stelle Menschen ein erfrischendes Sommerbad im Rio Mula genommen haben, kann man sich heute nicht mehr vorstellen.

Linker Hand fährt man an der dicht bewaldeten Sierrra Cambrón und rechter Hand an der Sierra Labida vorbei. Ilex, Wacholder und Kiefern begleiten uns.  Wein, Oliven, Mandel- und Pfirsichbäume sowie Getreidefelder wechseln sich in vielen kleinen Abschnitten in einer hügeligen Landschaft ab. Diese Landschaft und Natur sind von besonderer Schönheit. Hier wird seit der Römerzeit Wein angebaut und noch heute in vielen der über 200 traditionellen Bodegas Wein nach alter Tradition hergestellt. Das war aber nicht immer so. Erst seit den 1980ern haben sich die Winzer wieder auf ihre Traditionen besonnen und sind von Massenwein auf Qualitätswein umgestiegen. Was sich angesichts der internationalen Prämierungen gelohnt hat. Auf unserem Weg durch die Weinlandschaft liegen zwei der bedeutenden Bodegas: Bodega Balcona (Partal) und Bodega Monastrell . Im Weinmuseum in Bullas erhält man alle wichtigen Informationen zur Verkostungen und den Bodegas.

Natürlich ist es im Januar nicht so grün, wie im Frühjahr oder Sommer, oder gar im Herbst, wenn sich die Weinblätter verfärben. Aber trotzdem geht von diesem Landschaftsbild eine ruhige Atmosphäre aus. Man hat nicht den Eindruck von "industrieller" Landwirtschaft, denn die Felder sind in unterschiedlichen Größen und Richtungen angelegt. Gerade wird der letzte Schnitt an den Weinreben vorgenommen. Die Felder erscheinen in der Sonne in den verschiedenen Braun- und Gelbtönen. Alles zusammen vermittelt von einem der größten und wichtigsten Weinanbaugebiete Spaniens ein äußerst angenehmes Bild. Und wenn man bedenkt, dass bereits im 5. Jahrhundert Menschen in dieser Gegend zwischen Lorca und Bullas Landwirtschaft betrieben haben, ist der Gesamteindruck umso erstaunlicher. Ein Fleckchen Erde zum Verweilen!

Wir nähern uns Avilés. Ein kleiner Ort inmitten einer Ebene. Umringt von Feldern. Und dazwischen ein uralter Wegweiser.

Wir befinden uns auf einem kleinen Teil der Ruta Espartaria. Der Hauptort der gesamten Gegend ist Coy, zu dem die umliegenden Gemeinden mit ihren unzähligen "Villen" einst gehörten, liegt nur ein paar Kilometer entfernt. 

Namensgeber von Avilés ist die Verbundenheit mit der gleichnamigen Gemeinde im Fürstentum Asturien, aus der Zeit der Reconquista. Mit den Truppen von Alfonso X reiste der Weise und Asturier D. Rodrigo Rodriguez de Avilés, der am Ende des Feldzuges in Murcia landete. Einer seiner Nachkommen, Pedro Rodríguez de Avilés, gab dem Ort 1510 zur offiziellen Gründung seinen Namen.

Bevor wir uns auf den Rückweg begeben, machen wir noch einen Abstecher auf eine Anhöhe (ca. 1230 m). Start ist direkt bei der Kirche das grüne Hinweisschild Via pecuaria. Wer hier oben ankommt, kommt aus dem Staunen nicht heraus. Ein herrlicher Blick in die weit hinten liegenden blauen Berge. Davor ein unendlicher Ausblick in die weiten landwirtschaftlichen Felder. Für Autos heisst es wieder umdrehen. Wanderer können bis nach Zarzadilla de Totana marschieren.

Wir fahren wieder zurück nach Avilés und dann auf der C-12 weiter, bis links die Abzweigung nach Las Terreras und Zarzadilla de Totana. Der Weg führt über eine Freifläche, mit Blick auf die Berge, durch eine menschenleere Gegend. Aber keineswegs langweilig. Auf der C-11 fahren wir bis kurz nach Zarzadilla de Totana, weiter auf die MU-503 zurück nach Bullas. Kurz vor Bullas liegt auf der linken Seite das Acueducto el Guapero II.

Auch dieser Teil der Route ist von einer ruhigen, aber abwechslungsreichen Landschaft geprägt. Es ist eine ausgesprochen lohnenswerte Tour durch eine uralte Kulturlandschaft.

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