1 Woche rund um den Naturpark CABO DE GATA

Reisezeit: Februar - März 2017, Route: Torrevieja - Cabo de Gata und von dort aus Tagesziele.

Dieser Winter an der Costa Blanca war natürlich nicht so sommerlich ausgestaltet, wie der letzte. Eigentlich genau das Gegenteil. Es hat viel geregnet, gestürmt und war bei weitem nicht so warm, wie man es sich vielleicht wünscht.

Das wirbelt natürlich auch Reisepläne durcheinander. Wir haben uns für einen Trip in den PARQUE NATURAL CABO DE GATA-NIJAR entschieden. Hier scheiden sich die Geister bereits bei der Anreise: Plastik soweit das Auge reicht. Die Provinz Almeria ist für den Gemüse- und Obstexport in das restliche Europa ganz vorne mit dabei. Eigentlich sieht man nur Produzenten, die Plastik produzieren oder wieder recyceln, Produzenten, die alle Arten von Gift herstellen, LKW-Auslieferungslager, die Gemüse- und Obstproduzenten selbst. Dazwischen vereinzelnte Bioanbieter, was man bei diesem Anblick generell nur schwer nachvollziehen kann und Banken, die mit allen ihr Geld verdienen.

Aber, wenn man die Hauptstraßen verläßt, wird man relativ schnell überrascht. Ein wichtiger Tip noch: Der Parque Natural Cabo de Gata-Nijar ist eine Reise in den ersten drei Monaten des Jahres wert. Wenn der "Winter" mit seinen Regenfällen dafür gesorgt hat, dass alles bunt blüht, ist es ein traumhaftes Fleckchen Erde. Danach wirkt es braun und vertrocknet.

Parque Natural Cabo de Gata-Nijar

Mini Hollywood Oasys

Alpujarra

Unser Ausganspunkt ist der Campingplatz CABO DE GATA. Er liegt strategisch gut und ist ruhig.

Unsere erste Tour geht also von CABO DE GATAS Richtung TABERNAS. Wir suchen einen schnellen Einstieg über die Autobahn und fahren in NIJAR wieder ab. Hier machen wir auch unseren ersten Stop, um den Ort, der im Übrigen als "Keramikort" gilt, anzusehen. Es ist ein typisch "weißes Dorf", wie es ja gerade in Andalusien sehr viele gibt. Es lohnt auf jeden Fall, durch die schmalen Gassen zu schlendern. Dann geht es auf der A-3107 weiter Richtung LUCAINENA DE LAS TORRES. Aber bevor wir dort ankommen, biegen wir zum EMBALSE ISABEL II ab. Hier hat man die Möglichkeit zu wandern und zu biken, wie z. B. die RUTA DEL AGUA Richtung Stauwehr. Außerdem nehmen wir das Angebot an, und fahren auf unbefestigten Wegen durch einen Teil des CAMPO DE NIJAR. Bis vor kurzem war es hier noch möglich, auf Wegen über Stock und Stein bis nach Tabernas zu fahren. Aber diese Zeiten sind leider vorbei. So müssen auch wir wieder umdrehen.

Der Weg führt durch sattes Grün, durchsetzt mit blühenden, verschiedenen Pflanzen durch ein sanftes Hügelland, vorbei an einem großen Solarfeld nach LUCAINENA DE LAS TORRES, das auf den ersten Blick wiederum wie ein typisches andalusisches Bergdorf erscheint. Aber nein, es zählt auf Grund seiner Lage und seiner Geschichte zu den LOS PUEBLOS MAS BONITOS DE ESPANA. Hier in den Bergen fand Bergbau statt und eine Eisenbahn führte wiederum die Fracht hinunter in den heutigen Parque Natural nach AGUA AMARGA, um dort verschifft zu werden. Außerhalb des Ortes kann man noch die restlichen Türme besichten. Und beim Anblick rund herum wird einem die Dimension des ehemaligen Bergbaues schnell bewußt. Aber das z. B. genau den Ort und seine Region in der damaligen Zeit zu Wohlstand verholfen, der auch heute noch deutlich zu erkennen ist.

Auf einer alten Bergstraße geht es weiter nach TABERNAS. Das ist wohl der berühmteste Ort in dieser Gegend, denn hier wurden in der Vergangenheit Western gedreht. Die sogenannte "Desert Tabernas" bietet dafür die Location. Wenn man in die noch bestehende Westernstadt will, muss man Eintritt bezahlten (ca Euro 16 p.P.). Es ist eine Show enthalten und von hier aus kann man an die verschiedenen Drehorte wandern. Man kann aber auch von außen rein. Ein offroad-Trip durch die RAMBLA TABERNAS bietet viele Gelegenheit, die Halbwüste zu erkunden. Vorsicht: Es sollte vorher nicht geregnet haben.

Den schönsten Blick über die "Desert Tabernas" und die Umgebung allgemein hat man von der Burg in Tabernas. Für Wanderer und Biker (mit und ohne Motor) bieten sich generell in dieser Gegend unendlich viele Möglichkeiten.

Die zweite Tour führt uns von CARBONERAS bis runter nach SAN JOSÉ. Über die einzelnen Orte kann man so viel sagen: Sie liegen alle phantastisch, leben voll vom Tourismus und haben sich dabei aber einen PUEBLO-Charakter erhalten. Auch um diese Jahreszeit sind manche kleine Restaurants offen und am Wochenende voll besetzt. Es ist einfach herrlich, hier zu sitzen und zu glauben, die Welt ist ein bißchen stehen geblieben. Die gesamte Küste ist ein Paradies für Biker, Wanderer und Wassersportler.

Nach CABONERAS geht es hinauf zum Faro. Herrlicher Ausblick.

AGUA AMARGA, Cala Plomo, offroad-Piste, technisches Zeitdenkmal. Reste des Hafens aus LUCAINENA DE LAS TORRES.

FERNÁN PÉREZ: Vorbei an üppig blühenden Oreganofeldern, Abstecher zum Aquädukt, das einmal 170m Meter lang war, über 42 Bögen verfügte und der Bewässerung diente.

RODALQUILAR: Herrlich gelegen, Künstlerort, Jardín botánico el Albarninal, eine traumhafte Bucht mit resten eines Castillo-Turmes. Sehr sehenswert!!

LA ISLETA: felsige, imposante Küste

LOS ESCULLOS: vulkanisches Gebiet, Wildblumen wie Iris, unbedingt nach dem Ort den Küstenweg nehmen (offroad!) bis zur Cala Tomate. Leider ist der Weg (auch nicht für Geländewagen) bis nach San José befahrbar, so dass man wieder umkehren muss. Aber der Ausblick auf die schroffe Küste lohnt in jedem Fall.

SAN JOSÉ: auf unbefestigtem Weg zur PLAYA GENOVESES und PLAYA DE MONSUL mit hoher Düne, breiten Stränden, Wandermöglichkeiten, Biketouren.

FAZIT: Unbedingt einen Tag Zeit haben, damit alle Abstecher an die "Calas", "Playas", kleinen Orte, Nebenwegen und Abstecher besucht werden können. Es lohnt sich jeder einzelne Eindruck und Aus- und Anblick, den man aufnimmt.

Die dritte Tour führt uns in die ALPUJARRA. Genauer gesagt geht es von PUEBLA DE VICAR > OHANES > FONDÓN|FUENTE VICTORIA. Wir pesen schnell über die Autobahn und nehmen die AL-3301 in die Berge. Auch hier gilt: Sobald man die Autobahn verlassen hat und ein paar Minuten unterwegs ist, tut sich eine andere Welt auf. Die gesamte Provinz Almeria ist nicht gerade dafür berühmt, dass sie vor üppiger Naturvielfalt strotz, aber trotzdem kann auch so eine halbwüsten-ähnliche Natur ein interessantes Gesicht haben. Und der Weg Richtung ALPUJARRA ist dabei noch einmal was besonderes. Denn hier beginnt quasi von der anderen Seite aus ein Landstrich, der nicht umsonst einer der beliebtesten an diesem Küstenstreifen ist. Auch wir kennen diese Ecke noch nicht und schlängeln uns hinauf bis nach ALHAMA DE ALMERIA. Dann geht es kurz auf der A-348 weiter Richtung CANJÁYAR. Kurz vorher nehmen wir allerdings die AL-3404 nach OHANES. Wir kommen uns vor, wie auf dem Stilfser Joch. Unzählige Serpentinen geht es hinauf auf nach OHANES. Der Rio Andarax prägt u. a. die gesamte Gegend mit seinen Schluchten und Tälern. Und oben angekommen, hat man einen sagenhaften Ausblick auf die SIERRA DE GADOR, die noch vor der Küste liegt und deren Gipfel noch mit Schnee bedeckt sind. Mandel- und Olivenbäume, Zitronen und Orangen, verschiedene Blumen und Sträucher blühen in den Gärten und Feldern. Es ist ein urbanes Gebiet, mit natürlicher Schönheit und vielen Kontrasten ausgestattet. 

Es geht durch FONDÓN mit seinem herrlich restauriertem Rathaus, das man sich gut in schwarzweiß in einem der alten Western vorstellen könnte. Wir kommen durch FUENTE VICTORIA bis jan LAUJAR DE ANDARX. Hier ist mal wieder ein kleines Paradies für Offroader. Wir fahren den Weg, der an der "Villa Touristica" beginnt, durch die Berge bis zum Refugio Laujar. Es geht über Waldwege, Schotterpisten durch eine waldige Berglandschaft, die immer wieder den Blick auf die schneebedeckten Gipfel der Sierra Nevada zeigt. Und endet dann mehr oder weniger da, wo wir gestartet sind. Eine herrliche Ruhe, grandiose Ausblicke auf die umliegenden Gipfel und hinunter ins Tal.

Wir sind eine Woche in dieser Gegend und unternehmen natürlich auch Ausflüge in die nähere Umgebung. Wir fahren von CABO DE GATA an der Küstenstraße bis zum Hafen von Almeria. Auch das hat was, zumal unser heutiges Wetter sehr windig ist. Perfekt für Surfer und Kitesurfer und die Wellen hier sind ein wenig rauher. Auch die direkte Umgebung unseres Campingplatzes bietet in die eine Richtung Ausflugsmöglichkeiten zum Faro und den Salinen und in die andere Richtung in eine weitläufe Landschaft, in der es ebenfalls auf unbefestigten Wegen entlang der Küste, vorbei an der ERMITA DE LA VIRGEN DEL MAR und dem TORRE GARCIA geht. Die RAMBLA DE LAS AMOLADERAS zeigt deutlich auf, dass auch die Araber vor langer Zeit mit dieser Gegend was anzufangen wussten. Es gab genug Wasser und der Boden war fruchtbar!

Überall in der Provinz begegnet man diesem "Strichmännchen". Das Motiv stammt aus der andalusischen Höhle LOS LETREROS. Der Name INDALO von einem andalusischen Regengott. Die Figur ist heute ein beliebter Talisman und dient als Schutz gegen böse Geister.

Fazit unserer kurzen Reise: Wir waren eine Woche in dieser Gegend und haben genauer hingesehen. Die Provinz Almeria ist eine trockendsten Provinzen und war einmal eine der ärmsten Spaniens. Sie hat sich durch die massive Agrar-Monokultur zu einer reichen Provinz entwickelt. Dennoch hat sich das Umland einen Provinzialismus und eine Rustikalität erhalten, die in einer teilweise atemberaubenden Naturschönheit zu Hause ist. Besonders charakteristisch dabei ist die Bauweise der weißgekalkten Häuser mit Flachdächern im Berber-Stil, sowie die engen, verwinkelten Gassen und Durchgänge. Unbedingt hinfahren und ansehen. Beste Reisezeit: Januar bis März, wenn alles blüht. Danach herrscht Trockenzeit!.

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