Ostpyrenaen

Start im September 2017 in Bayern. Ziel Costa Blanca.

Route: Bayern, Schweiz, Südfrankreich, Pyrenaen/Spanien.

ca. 3500 Kilometer inklusiver aller Touren.

Auf dem Weg in die spanische Sonne war unser erster Stopp in „Andelfingen“ in der Schweiz. Wir starten unsere Erkundungen von einem ruhigen Campingplatz an der Thur aus: Rheinau mit Kloster, Rheinfall, Stein am Rhein, Thurweg. Alle Ziele sind Sehenswürdigkeiten mit ihrem ganz eigenen Reiz.

Dann führt uns der Weg weiter nach Frankreich. Bei Aulac haben wir von einem Terrassencamping einen Blick auf einen Teil des „Gorges de la Loire“. Von hier aus führt uns die N88 bis Le-Puy-en-Velay. Wir machen aber einen Abstecher und fahren Aulec –Beauzac-Vorvey-Le-Puy-en-Velay. Bei dieser landschaftlich reizvollen Teilstrecke handelt es sich um besagte „Route les Gorges de la Loire“. Hier fliesst die Loire noch völlig frei und ungehindert durch Schluchten. Es geht irgendwie immer bergauf (6%). Herrliche Ausblicke rechts und links des Weges weit hinein ins hügelige Land. Es ist brütend heiß und durch das ständige bergauf fahren ist unser Mazda „heiß“ gelaufen. Die Hitze schlägt uns ins Gesicht, als wir bei Milau einen Stop machen, um die Hängebrücke zu bewundern, die in 300 m Höhe imposant über das Tarntal führt.

Parc Natural De La Zona Volcànica De La Garrotxa

Das Vulkangebiet ist grün, grün, grün. Es gibt jede Menge Wandermöglichkeiten. Eine davon geht auf den Volcà Croscat. Einer der einstmals aktiven Vulkane. Leider etwas geschunden durch jahrelangen Abbau. Trotzdem intressant. Das gesamte Gebiet LA GARROTXA steht auch unter einem ökologischen Aspekt, der sich auch in kulinarischen Dingen zeigt. Es gibt Ökoläden, wo man regionale Produkte einkaufen kann!!! Eine sehr schöne Strecke ist die GI-521 von Sant Joan de les Abadesses nach Olot. Auf einer Höhe von ca. 850 m hat man zu beiden Seiten der Fahrbahn einen Blick in die Berge.

L'Alta Garrotxa - Katalonien

Unser Ausgangspunkt ist der Campingplatz LAVA mitten im vulkanischen Gebiet. Unsere erste Tour führt uns in den waldreichen Norden: Castellfillot de la Roca > Oix > Beget> Camprodom weiter bis Sant Pau. Nach dem Ort der letzte Kreisverkehr geht es links Richtung MAS D'OM auf der C-153a weiter. Vorbei an einer kleinen Kirche kommt links ein Abzweiger ins VALL DE BAC. Diese Strecke führt dann weiter wieder zurück bis Castellfillot de la Roca. Eine andere Strecke, abseits der Straße, führt ein Stückchen weiter ebenfalls links. Ein Wegweiser zeigt Richtung Kapelle Mare de Déu dels Àngels de Llongariu. Dieser Waldweg führt vorbei an der Kapelle zurück ins Val del Bac und dann weiter Richtung Castellfillot.

Die Strecke ist insgesamt eine sehr waldreiche, bergige und mit zahlreichen Serpentinen ausgestattete Strecke, die auf schmalen Straßen mit herrlichen Ausblicken ringsum in die katalanische Bergwelt führt. Sehenswert ist der Ort Beget!! Parkplätze außerhalb des Ortes.

Ausflugsziele: zu Fuß vom Campingplatz Lava aus zur kleinen Kirche Santa Margerida, in den Krater des Vulkans VOLCA DE SANTA MARGERIDA.

Santa Pau: mittelalterich geprägter und historisch erhaltener Ort. Unbedingt sehenswert!

Photos: Nicht immer scheint die Sonne! Wie im richtigen Leben.

Heute starten wir in Richtung Süden. Von Olot geht es nach Rupit i Pruit. Die Anfahrt führt über eine kleine Bergstraße durch Buchen- und Eichenwald. Zuerst halten wir in "La Salut". Aber nach dem Regen ist es in dieser Höhe noch sehr neblig. Also geht es weiter zum "El Far". Der Ausblick hier ist einfach nur gigantisch weit in das vulkanische Kegelland. Rupit ist ein Örtchen, dass man unbedingt ansehen sollte. Obwohl es touristisch erschlossen ist, vermittelt es uns im September nicht diesen Eindruck. Häuser aus dem 17. Jahrhundert stehen heute noch wie eine eins da. Wenn man bedenkt, dass sie schon 400 Jahre alt sind und immer noch einen imposanten Eindruck hinterlassen. Die Hängebrücke im Ort, die beide Seiten des Flusses verbindet, wurden einst vom ortsansässigen Schmied und Maurer gebaut. So einfach kann Zusammenleben ohne Behörden gehen. Es geht bergauf über Stufen, die in den Stein gehauen sind. Man kann sich das Leben nicht wirklich vorstellen, mit welchen Mühen und Entbehrungen die Menschen damals überlebt haben.

Auf dem Rückweg machen wir einen 4,5 km langen Abstecher Richtung "Falgars d'en Bas", der sich wegen seines Ausblickes ins Tal unbedingt lohnt. Generell der Rückweg durch das Vall d'en Bas zurück nach Olot lohnt sich.

offroad-tour Teil 1: Vall de Camprodom (Reserva Nacional de Freser Setcases)

Unsere Anfahrt erfolgt von Olot aus ins Tal des Flusses Ter. An der Abbiegung  Tregua de Dalt zieht sich eine schmale Bergstraße hinauf in den Ort. Nach dem Ort geht es weiter auf einer unbefestigten aber breiteren Piste. Über fast 30 km geht es auf einer imposanten Höhe in Richtung Ribesaltes hinab. Wir sind im September hier und heute ist ein super Tag mit blauem Himmel und weiter Sicht. Ringsherum Berge mit großen Weideflächen für Rind und Pferd. Wir sind auf einem "Transhumanz" unterwegs. Auf solchen Wegen werden Viehherden hinauf in die Berge getrieben, wo sie den ganzen Sommer über bleiben.

2. offroad-Tour: Queralbs (Reserva Nacional de Freser Setcases)

Gleich im Anschluß an die 1. offroad-Tour geht es für uns weiter. Wir fahren in Richtung La Fraga ins Vall de Nuria. In Queralbs führt eine serpentinenreiche breite unbefestigte Piste hinauf zum Collada de Fontalba auf 2074 m Höhe. Wenn die Spanier sagen sie "gehen in die Berge", machen sie es richtig. Hier hinauf fährt alles was vier Reifen hat. Von hier oben hat man dann allerbeste Wandermöglichkeiten, genauso wie auch in der offroad-Tour 1. Zum Beispiel führt von Queralbs ein Wanderweg von 2,5 Stunden ins Kloster Nuria, in das man auch mit der Zahnradbahn vom Tal aus fahren kann.

Heute war ein Traumtag. Wir sind über 50 km auf unbefestigten Pisten gefahren, die uns in schwindelnde Höhe gebracht haben. Unterschiedlichste Natureindrücke habe uns fasziniert. Das gesamte Gebiet ist sehr empfehlenswert!!

Wir ziehen weiter. Es geht über die GI-521 und die GI-402 in Richtung Berga und dann durch den gebührenpflichtigen (ca. 11 €) Tunel de Cadí in die Nähe von La Seu d'Urgell. Die Anfahrt führt über zum Teil kurvenreiche Bergstraßen, aber dennoch gemütlich mit ganz wenig Verkehr zum Ziel. Auch mit Wohnwagen.

 

Den "Schmugglerweg" von Andorra aus schenken wir uns. Er ist zum Sinnbild für Offroader geworden und erscheint uns nicht mehr unbedingt fahrenswert. Zunächst geniessen wir die hohen Berge rechtsseitig von Andorra la Vella. Wir schlendern durch den Ort, kaufen natürlich auch ein und peilen dann die linksseitigen Berge an. Zunächst haben wir große Probleme den Einstieg in unsere angepeilte Route zu finden. Sackgasse! Ok, umdrehen und das vermeintlich Ende unserer Route suchen. Gefunden. Wir sind auf dem richtigen Weg nach oben. Unser Ziel über Fontaneda weiter Richtung Bixessari auf eine Höhe von ca. 2000 m. Es geht ständig steil nach oben. Und dann passiert es.  Unsere Motorlampe leuchtet erneut auf. Bis jetzt sind wir mit einem blauen Auge davon gekommen. Aber genaues weiss man erst, wenn man an der Diagnose war. Am nächsten Tag hat sich unser Pickup wieder beruhigt. Wir hätten noch für ein paar Tage interessante Touren in alle Himmelsrichtungen im Gepäck. Trotzdem brechen wir hier unser Vorhaben, die Ostpyrenaen zu erkunden ab und fahren Richtung Costa Blanca.

Fazit Andorra: Ja, die Stadt, die kahlen Berge, die dem exzessiven Skitourismus weichen müssen, die Enge und Lautstärke braucht kein Mensch. Aber - rings um die Hauptstadt gibt es zahlreiche, oft unerwartete sehenswerte Ziele, die einem sofort den Trouble vergessen lassen. Radler und Wanderer, die sich gerne im Hochgebirge tummeln, finden hier tolle Angebote.

Unser nächster Stop ist unwissend auf Spanies höchstgelegenem Campingplatz in der Nähe von Bronchales. Wir haben insgeheim immer noch die Hoffnung, dass mit unserem Auto nichts "schlimmes" ist und wollen uns auf dem Heimweg noch Albarracin ansehen. Nach einer langweiligen Fahrt vorbei an Lleida und Zaragoza, sind wir in die aragonischen Bergausläufer Teruels eingetaucht. Albarracín liegt versteckt in einer wilden Gebirgslandschaft und gilt als eines der schönsten Dörfer der iberischen Halbinsel. Schon "El Cid" kam zu seiner Zeit mit seiner Mannschaft hier vorbei. Der Guadalaviar umfließt Albarracín und oben umschließt eine sehr gut erhaltene Stadtmauer zum großen Teil den historischen Ort mit seinen schmalen und steilen Gassen. Unbedingt sehenswert!!!

Wir nutzen die gute Stimmung unseres Pickups und schweifen noch einmal durch die nähere Umgebung. Dieser Teil Aragons - die COMARCA DE LA SIERRA DE ALBARRACÍN - drängt sich geradezu auf, abseits der Straßen zu fahren. So nutzen wir auch die Gelegenheit und cruisen ganz gemütlich über sehr bequeme Waldpisten immer Richtung Norden. Die Sierra Albarracín kann auf diese Weise total entspannt erkundet werden. Ein Paradies für offroader. Die umliegenden kleinen Ortschaften geben einem das Gefühl, als wäre man mit der Zeitmaschine 50 Jahre zurück geworfen worden. Es hat was, nicht an jeder Ecke eine Kommerzstube zu sehen sondern überlegen zu müssen, wo man tankt und woher das nächste Essen für den Abendgrill kommt.

Wir entdecken, dass man hier auch als Wintersportler auf seine Kosten kommen kann, kommen an "Erdlöchern" vorbei, sind in der Nähe der Quelle des drittgrößten Flusses Spaniens, dem Tajo. Sehen zahlreiche "Greifvögel" am Himmel, die sich in der Thermik spielen, haben einen unendlich weiten 360°-Blick in die umliegenden Bergketten, Rehe kreuzen unseren Weg, Pilzsammler haben hier ihren Spaß und die Landschaft ist so unterschiedlich, dass sich hinter jeder Biegung ein neues Bild auf tut. Und die, die sich für Astronomie interessieren, bietet sich bei klarem Wetter ein Sternenhimmel an, von dem Großstädter nur träumen können.

 

Wir laden alle ein, diese Gegend zu erkunden. Es lohnt sich für Biker, Wanderer, offroader und Menschen, die eine vielfältige Natur und Ruhe lieben.

Und zu guter Letzt: Es war das AGR-Ventil das unsere Motorlampe aufleuchten liess. Da wir einen Verdacht haben, dass wir bereits in Frankreich kein optimales Diesel erwischt haben, hier ein Tipp für südlichere Landstriche: Kleinere Tankstellen werden oft von wechselnden Speditionen beliefert und die befördern nicht nur Benzin und Diesel, sondern zwischendurch auch andere Flüsigkeiten und gefährden so die modernen Hochleistungsmotoren. Bevorzugtes Tanken daher in größeren Ortschaften und nationalen Anbietern empfohlen und/oder Ultimate/Power Diesel.

Wir sind dankbar, dass es nichts größeres war und bereuen nicht, die Reise vorzeitig abgebrochen zu haben. Jetzt können wir beruhigt zum nächten Ziel aufbrechen.

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